Von der Sinnlosigkeit des Girl’s Day

Alle Jahre wieder werden Unmengen an desinterssierten Mädchen in technische Betriebe gekarrt, um dort Dinge zu sehen, die mit der Arbeitsrealität dann später nicht viel zu tun haben. Dieses Procedere nennt sich Girl’s Day und soll dem Zweck dienen, dass mehr weibliche Arbeitskräfte in den technischen Berufen zur Verfügung stehen. Das gibt es auch auf der Uni, dort heißt diese Maßnahme „Frauen in die Technik“ – durchaus etwas holprig formuliert, nachdem man draufgekommen ist, dass die Abkürzung von „Frauen und Technik“ nicht so massenkompatibel ist…

Auch für Spätzünderinnen gibt es noch tolle Programme, wie das Girls’n’Code. Für 400 EUR für zwei Tage lernen technisch unbedarfte Menschen weiblichen Geschlechts was ein HTML-Tag ist und rufen bei einer Supporthotline an, weil Sie die WordPress-Installation am Webhoster nicht gebacken kriegen. Mit Programmieren hat das nix zu tun und arbeitsmarkttechnisch ist jeder 13jährige technikinteressierte Gymnasiast den Damen wohl haushoch überlegen. Aber es gibt wohl sicher recht nette Förderungen für so ein Gutmenschen-Thema.

Nun, alle Maßnahmen führen gemessen am Aufwand zu de facto NICHTS: Traumberuf der Mädchen ist immer noch Friseurin, Einzelhandelskauffrau oder auch wieder stark im Kommen „Hausfrau“ – in unteren Schichten kann es durchaus auch mal Supermodel oder Pornostar sein. Hauptsache es hat nicht viel mit Logik, Anstrengung, körperlicher Arbeit oder sonstig geistig herausfordernder Tätigkeit zu tun.

Eines ist jedoch sicher: Der Neurobiologe Dr. Gerald Hüther wird sicher nie wieder auf einen Girl’s Day eingeladen, um dort einen Vortrag zu halten. In dem 50minütigen Video beschreibt er aus der Sicht eines Hirnforschers, warum Veranstaltungen wie der Girl’s Day komplett sinnlos sind.

Für alle, die sich die 50 Minuten nicht antun wollen (obwohl es das absolut wert ist). Jungen und Mädchen sind verschieden. Auch die Hirnentwicklung ist verschieden – ABER: Wir haben alle so viel (und nochviel mehr) Hirnpotential, dass Mädchen und Jungen gleichermaßen für die Anforderungen eines technischen Jobs geeignet sind. Unsere Grenzen sind nicht das Potential, sondern die Entwicklung. Und natürlich die Sozialisation, die Männer lieber in gut bezahlte, aber anstrengende Berufe gehen lässt, weil das für Männer in der Gesellschaft wichtig ist – und für Frauen eben bei weitem nicht so sehr. Die Gesellschaft besteht aus Männern UND Frauen, man kann also kein Geschlecht dafür verantwortlich machen. Nebenbei ist der Vortrag auch ein Plädoyer für MGTOW: Nämlich, dass man dadurch, dass man sich von anderen zum Objekt machen lässt (also Regeln befolgt, Anforderungen erfüllen möchte, sich bewerten lässt), damit gleichzeitig die Neugierde und Lernfreude verliert und damit die eigene Hirnentwicklung zum Erliegen bringt.

Falls diese kurze Beschreibung euer Interesse geweckt hat, schaut bitte das Video an – Hüther ist der Experte, nicht ich – deshalb soll er es euch näher bringen!

Ein Gedanke zu “Von der Sinnlosigkeit des Girl’s Day

  1. Dass männliche und weibliche Personen verschieden arbeitende Gehirne haben, das wird leider beim modernen Gender-Mainstreaming außer Acht gelassen.
    Ich glaube aber dass vor allem eine ganz falsche Erziehung die Mädchen über Jahrzehnte „verdorben“ hat. Hinzu kommt eine im Grunde stellenweise männerfeindliche Gesetzgebung.
    Ich will nun nicht jammern sondern suche immer nach Lösungen für mich selbst.
    Wie gehe ich mit den gesellschaftlichen Umständen um und der schwierigen Demografie in Deutschland.
    Mal sehen was die Zukunft noch bringt….

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