MGTOW nun auf Gandhi-Stufe 2 in der Schweiz!

In den letzten Tagen sind plötzlich die Zugriffe auf meinem Blog in die Höhe geschnellt, großteils über die Schweizer Google-Suche. Also habe ich mal recherchiert: Sowohl der Tagesanzeiger als auch Tilllate haben jeweils (natürlich negative) Artikel über MGTOW veröffentlicht:

Tagesanzeiger.ch: Die wirklichen Al Bundys
Tilllate.com: Frauen sind manipulative Männermonster

Insbesondere der Tagesanzeiger-Artikel ist einfach ein uninspiriertes Abschreiben aus der englischen Daily-Mail, die ein paar Tage zuvor einen entsprechenden Artikel veröffentlicht hat: Meet the men who hate women so much that they have vowed NEVER to sleep with them again

Man kann natürlich von einer Lohnschreiberlingin im prekären Freiberuflerumfeld keine großartige Recherche, geschweige denn ein Verständnis für die Thematik verlangen, über die berichtet wird – ein Großteil der Aussagen der jeweiligen deutschsprachigen Artikel sind jedoch bewusst falsch dargestellt – Lügenpresse reloaded 🙂

Aussage: „Die MGTOW-Bewegung sieht Männer als Opfer des Feminismus“

Richtigstellung: Männer sind keine Opfer. Jeder Mann hat sein Leben selbst in der Hand. Höchstens unser Gesellschaftssystem ist Opfer des Feminismus, während einzelne Frauen als Individuum vom Feminismus profitieren, trifft dies auf die Gesellschaft bestehend aus Männern und Frauen nicht zu. Zur Klarstellung: Feminismus ist nicht Emanzipation. Emanzipation ist „Gleichberechtigung“ (=Chancengleichheit) und zu begrüßen, Feminismus ist „Gleichstellung“ (=Ergebnisgleichheit) und damit Frauenbevorzugung, Faschismus eben.

Aussage: „Al Bundy als Galionsfigur der MGTOW-Bewegung“

Hier wird natürlich der Loser Al Bundy in Verbindung mit MGTOW gebracht. Al Bundy ist kein MGTOW, schließlich lebt er mit Frau und Familie zusammen und lässt sich permanent unterbuttern. Al Bundy ist für einen MGTOW höchstens ein warnendes Beispiel.

Aussage: „Alle vertreten die ein und dieselbe Meinung: Frauen geniessen eine privilegiertere Position in der Gesellschaft und sind folglich zu verachten. Darum sei der Kampf um Frauenrechte einfach nur dumm.“

Ein toller rhetorischer Trick – der erste Satz ist eine wahre Aussage, der jeder vernünftige Mensch zustimmen würde,  nämlich, dass Frauen (mittlerweile!) eine privilegierte Position innehaben. Doch danach kommt der Unsinn: Frauen sind nicht zu verachten. Einem MGTOW sind de facto egal. Der Kampf um Frauenrechte ist nur deshalb dumm, weil er mittlerweile sinnlos ist und nur mehr der Bevorzugung dient – die Emanzipation ist erreicht und das ist auch gut so.

Aussage: „Wider Erwarten wirkt er intelligent, drückt sich eloquent aus.“

Klar, wer nicht dem Mainstream folgt, kann ja nur dumm sein. Merke: Nur tote Fische schwimmen mit dem Strom.

Aussage (übersetzt): „Die Homo-Ehe ist jetzt legal. Wir sollten darum kämpfen, die Insitution der Ehe zu beenden, nicht darum, das Leiden auszudehnen (dies ist ein humoristischer Eintrag)“

Diese Aussage wird zum Anlass genommen, zu behaupten, dass MGTOW Homosexualität verachten würden. Totaler Bullshit, hier wird nur die Institution der Ehe lächerlich gemacht. Absolute Verdrehung (das ganze findet sich versteckt in der Tilllate-Gallerie 10/18).

Aussage: „Der Lifestyle [ist] eine lausige Ausrede für Versager, die nie eine Chance bei Frauen hatten.“

Diese Aussage wird MGTOW-Kritikern zugeschrieben und ist meine Lieblingsstelle im Artikel, denn sie beweist die Richtigkeit der MGTOW-Philosophie. Dazu muss ich kurz ausholen: Hier wird ja (zu Recht in meinen Augen) behauptet, dass ein Versager keine Chance bei Frauen hat. Ein Versager, also jemand, der es nicht geschafft hat ist also nicht, was Frauen wünschen. Kein Wort davon, dass es auf den Charakter ankommt, etc. – es zählt der berufliche/finanzielle/gesellschaftliche Status, der über den möglichen Erfolg bei Frauen entscheidet. Fällt dieser Weg (berufliche/unternehmerische/gesundheitliche Probleme), verduftet ein großer Teil der Frauen so schnell, wie sie gekommen sind (klassisches „Red-Pill-Wissen“) – und darauf haben die MGTOWs keine Lust. 

Beruhigend sind die Kommentare unter den jeweiligen negativen Artiklen, die sich zu geschätzt 90% der Aussage entgegenstellen und MGTOW als legitime, argumentativ nachvollziehbare Lebenseinstellung anerkennen.

Übrigens: Die Überschrift bezieht sich auf die Gandhi-Aussage: „Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du“. Im Moment sind wir in der Phase II, wobei auch schon Anzeichen der Phase III (hate speech und so) anfangen. Das Schöne ist: MGTOW kann man nicht besiegen – es ist eine innere Einstellung, auch der Kommunismus ist mit seinen Umerziehungsmaßnahmen gescheitert, der Genderismus wird es ebenso.

Zum Abschluss noch ein schönes Bild aus dem Artikel, das ich vorher noch nicht kannte:

Junggeselle vs. Mann in einer Beziehung
Junggeselle vs. Mann in einer Beziehung