MGTOW und Staatsverweigerung

Beginnen wir zuerst mal damit, was ein Staat überhaupt ist – in den ersten Vorlesungen der Rechtswissenschaft wird eine Definition präsentiert, die in Wikipedia als Drei-Elemente-Lehre zu finden ist. Den Begriff kannte ich nicht, macht aber nix.
Kurzgefasst spricht man dann von einem Staat, wenn 3 Kriterien erfüllt sind: Staatsgebiet, Staatsvolk, Staatsgewalt.
Würden also die Freemen oder wie sich die Staatsverweigerer auch nennen und der Staat kann sich nicht durchsetzen, ist das Kriterium der Staatsgewalt nicht mehr erfüllt, ergo gibt es keinen Staat mehr. Genau aus diesen Gründen wird gegen die Kasperln so hart vorgegangen. Kasperln deswegen, weil sie lächerlich organisiert sind, sich Fantasietitel verleihen und ein sehr eigenartiges Verhältnis zum Staat pflegen: Einerseits leugnen sie dessen Existenz, andererseits bedienen sie sich teilweise dessen Institutionen.

Das absolute Highlight an Dummheit kommt dazu (wie könnte es anders sein? Insiderwitz für Österreicher) aus Kärnten: Ein Polizist als Staatsverweigerer – Klar, ich kann nachvollziehen, dass man als Polizist mit vielen unangenehmen Leuten und eigenartigen Bürokraten zu tun hat und deshalb schon mal das Vertrauen in den Staat verlieren kann – aber gleichzeitig irgendwo angestellt sein, sich von dort Geld bezahlen zu lassen und dann dessen Existenz zu leugnen – das ist höflich ausgedrückt schizophren.

Was hat das nun mit MGTOW zu tun? Ein wesentliches Merkmal von MGTOW ist die Freiheit – die Freiheit zu tun, was man will und das steht automatisch schon mal im Konflikt mit überbordender Bürokratie und bevormundenden Regelungen. Ich bin bekennender Liberaler und darum in Österreich absolut unpolitisch, da es den Liberalismus in Österreich nicht (mehr) gibt, österreichische Schule hat mit Österreich eben nichts (mehr) zu tun.

Der entscheidende Unterschied zwischen einem MGTOW und einem Staatsverweigerer ist der Umstand, dass ein MGTOW den Staat prinzipiell anerkennt. Dadurch kommt erstmal nicht in Konflikt mit dem Staat. Der Umgang mit Staat ist subtiler: Schön unter dem Radar bleiben, nicht unnotwendige Streitereien mit der Obrigkeit, die nur Energie kosten, Loyalität mit einem feministisch verseuchten, links-sozialistischen Staat kann ja schon aus logischen Überlegungen nicht in Frage kommen.

Ich schreibe das vor dem Hintergrund meiner Wohnsitz- (und damit Steuersitz-)verlagerung in einen Staat mit Territorialbesteuerung. Das Prinzip ist einfach: Besteuert wird nicht das Welteinkommen, sondern nur das Einkommen in dem jeweiligene Staat, Einnahmen aus dem Ausland sind steuerfrei. Wer jetzt glaubt, dass dies nur irgendwelche Bürgerkriegsländer sein können, dem sei gesagt: Es gibt ca. 40 Länder weltweit, davon 3 Länder in der EU (sofern man nicht Staatsbürger des jeweiligen Landes ist).

Wozu also den ganzen Ärger mit der Staatsverweigerung, Revolution ist nicht das Ziel des MGTOW sondern ein angenehmes Leben – und das geht eben mit wenig Steuern deutlich besser, denn ein Mann weiß selbst am Besten, was für ihn wichtig ist. Er braucht keinen Nannystaat und keine Nannyehefrau. Mein Abgleiten in den vorzeitigen Ruhestand nach ca. 4 Jahrzehnten auf diesem Planeten ist auch nur dem Umstand geschuldet, dass ich weder Frau, Kind noch Hauskredigt im Speckgürtel zu bedienen habe. Alles richtig gemacht 🙂